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Wasser: Verbraucherschutz

Gesetze, Richtlinien und Verordnungen legen die Anforderungen an die Qualität von Trinkwasser fest. Diese müssen von den Wasserversorgungs-Unternehmen und Überwachungsbehörden beachtet werden.

Wasserprobe im Röhrchen liegt auf einem Analysezettel
science photo / Fotolia.com

Trinkwasser ist das in Deutschland am strengsten kontrollierte Lebensmittel und kann daher unbedenklich getrunken werden. Die Grenzwerte müssen eingehalten werden vom Verlassen des Wasserversorgungs-Uunternehmens bis hin zum Wasserhahn.

Die Anforderungen an die Qualität (frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein) sind durch Gesetze, Richtlinien und Verordnungen festgelegt. Diese müssen von den Wasserversorgungs-Unternehmen und Überwachungsbehörden beachtet werden.

Wasser, das den Wasserhahn erreicht, muss die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung erfüllen, egal ob es zum Trinken, Kochen, Duschen oder Blumengießen verwendet wird. Die Trinkwasserverordnung legt unter anderem Grenzwerte für mikrobiologische und chemische Parameter fest.

Die wichtigsten Anforderungen der Trinkwasserverordnung an das Trinkwasser:

  • Krankheitserreger (z. B. Escherichia coli, Legionellen) dürfen nicht in Konzentrationen enthalten sein, die zu einer Schädigung der menschlichen Gesundheit führen können. Legionellen können sich in Warmwasserleitungen bei 30-50 °C vermehren. Daher sollte die Wasseranlage so eingestellt sein, dass sich das Wasser in regelmäßigen Abständen auf über 60 °C erwärmt.
  • Chemische Stoffe wie Nitrat/Nitrit, Pflanzenschutzmittel, Biozide (Mittel zur Schädlingsbekämpfung wie Insektizide und Holzschutzmittel), Blei, Cadmium und andere dürfen im Trinkwasser nicht in gesundheitsschädlichen Konzentrationen enthalten sein.
  • Sofern gesundheitsschädliche Stoffe nicht in der Verordnung genannt sind (z. B. Asbestfasern, Medikamentenrückstände und hormonähnliche Substanzen), im Trinkwasser aber vorkommen, meldet das Wasserversorgungsunternehmen diese Stoffe und ihre Konzentrationen dem zuständigen Gesundheitsamt. Dieses stellt fest, ob die Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten wurden. Bei Überschreitung der Grenzwerte oder Abweichungen von Anforderungen müssen die Ursachen gefunden und behoben werden.

Beispiele für wichtige Grenzwerte der Trinkwasserverordnung

Mikrobiologische Parameter (pro 100 ml)

  • Escherichia coli, Enterokokken, Coliforme Bakterien: 0
  • Clostridium perfringens*: 0

* Dieser Parameter wird nur bestimmt, wenn das Wasser von Oberflächenwasser stammt.

Pflanzenschutzmittel- und Biozidprodukt-Wirkstoff (pro Liter)

  • pro Einzelsubstanz: 0,0001 mg
  • als Summengrenzwert: 0,0005 mg

Chemische Parameter (pro Liter)

  • Nitrat: 50 mg
  • Nitrit: 0,5 mg
  • Blei: 0,01 mg
  • Cadmium: 0,003 mg
  • Kupfer: 2 mg
  • Nickel: 0,02 mg
  • Uran**: 0,01 mg

** Das Umweltbundesamt hatte 2005 einen gesundheitlichen Leitwert für die lebenslange Aufnahme von 10 µg/l Uran im Trinkwasser empfohlen. Dieser Wert hat mit der Änderung der Trinkwasserverordnung am 1. November 2011 als Grenzwert Rechtskraft erlangt. Ergebnissen einer wissenschaftlichen
Untersuchung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA zufolge, bietet dieser Wert allerdings keinen sicheren Schutz für Säuglinge und Kleinkinder. Einen strengeren Grenzwert gibt es für Mineralwasser, das als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben wird. Dieses
darf nicht mehr als 2 µg Uran pro Liter enthalten. Für Mineralwasser generell gibt es allerdings noch keinen allgemeingültigen Grenzwert für Uran.

Grenzwerte für Uran im Trink- und Mineralwasser in Deutschland

Deutschland ist das erste Land innerhalb der Europäischen Union, in dem ein Grenzwert für den Gehalt des giftigen Schwermetalls Uran im Leitungswasser gilt. Ergebnissen einer wissenschaftlichen Untersuchung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA zufolge bietet dieser Wert allerdings keinen sicheren Schutz für Säuglinge und Kleinkinder. Einen strengeren Grenzwert gibt es für Mineralwasser, das als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben wird. Dieses darf nicht mehr als 0,002 mg Uran pro Liter enthalten. Für Mineralwasser generell gibt es allerdings noch keinen allgemeingültigen Grenzwert für Uran.

Unternehmer und Hausbesitzer in der Pflicht

Wasseruhr
Ab der Wasseruhr ist der Hausbesitzer für die Trinkwasserqualität verantwortlich

In erster Linie sind beim Trinkwasser die Wasserversorgungs-Unternehmen in der Pflicht, die Gesetze, Richtlinien und Verordnungen zu beachten und zwar bis zur Wasseruhr. Danach ist der Hausbesitzer in der Pflicht, durch angemessene und intakte Wasserleitungen für eine gesetzeskonforme Qualität des Trinkwassers zu sorgen und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen.

Eine aktuelle Analyse des angelieferten Wassers kann man kostenlos beim Wasserwerk anfordern oder auf der jeweiligen Internetseite des Unternehmens sehen.

Autorin: Ruth Rösch, Attendorn |

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