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Wasser: Zubereitung und Lagerung

Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz ist von höchster Qualität und muss nicht mit Haushaltswasserfiltern oder Aufbereitungsgeräten behandelt werden.

Tasse Tee und Kanne
kozirsky / Fotolia.com

Mit Mineralwasser lassen sich zum Beispiel Speisen verfeinern, man kann damit kochen und sogar braten. Eier- und Mehlspeisen gelingen besser, wenn den Zutaten ein Schuss Mineralwasser mit Kohlensäure statt Leitungswasser beigemengt wird. Das macht den Teig besonders luftig-locker und gilt für Rühreier ebenso wie für Pfannkuchen, Waffeln und Spätzleteig. Mit etwas kohlensäurehaltigem Mineralwasser wird der Magerquark cremig wie Sahnequark.

Wasser ist die Basis eines guten Tees: Kenner widmen der Aufbereitung und Qualität des verwendeten Wassers große Aufmerksamkeit. Mit guter Wasserqualität macht das Probieren neuer Teesorten Spaß!

Trinkwasser selbst aufbereiten

Trinkwasser lässt sich mit Haushaltswasserfiltern oder Aufbereitungsgeräten nachbehandeln. Dies ist aber nur in Ausnahmefällen erforderlich. Es gibt unterschiedliche Geräte und Anlagen zur Nachbehandlung von Trinkwasser im Haushalt. Tests haben gezeigt, dass sie ihre Aufgabe durchweg gut erfüllen. Probleme ergeben sich dann, wenn Standzeiten nicht erreicht oder überschritten werden.

Ionenaustauscher entnehmen dem Trinkwasser positiv wie negativ geladene Ionen (elektrisch geladene Teilchen) und geben im Gegenzug andere Ionen an das Wasser ab. Ein solches Austauschmedium kann zum Beispiel hartem Wasser die Kalzium- oder Magnesium-Ionen entziehen und gegen Natrium-Ionen austauschen. Möglicher Nachteil ist eine erhöhte Rückgabe von Ionen an das Trinkwasser, wenn das Austauschmedium erschöpft ist (sogenanntes "Durchbrechen"). Der Verbraucher hat keine direkte Kontrollmöglichkeit über diesen Zeitpunkt. Des Weiteren besteht Verkeimungsgefahr für Trinkwasser, das längere Zeit im Vorratsbehälter lagert.

Wasserfiltergerät
Haushaltswasserfilter sind nur in seltenen Fällen wirklich notwendig

Aktivkohlefilter absorbieren mit ihrer porösen Struktur und damit riesigen inneren Oberfläche organische Wasserinhaltsstoffe. Meistens werden die Filter zum Abbau von unerwünschten Geruchs- und Geschmacksstoffen, gegen Färbung, organische und chlororganische Verbindungen ("Chlor") verwendet. Es können damit aber auch bestimmte Metalle (Eisen, Mangan, Kupfer), Nitrat und Fluorid entfernt werden. Zur Enthärtung (gegen Kalzium- und Magnesium-Ionen) eignen sich Aktivkohlefilter nicht. Vor allem nach längeren Standzeiten und im Fall der Überschreitung der Wartungsintervalle sind sie eine Brutstätte für Bakterien. Bakterizid (keimtötend) wirkendes Silber kann in das Trinkwasser übergehen. Von manchen Fachleuten wird das als problematisch angesehen.

Umkehrosmose-Anlagen pressen mithilfe elektrischer Pumpen Wasser durch eine halbdurchlässige Membran. Dieses gründlichste aller Filterverfahren kann viele Stoffe zurückhalten (Nitrat, Phosphat, Schwermetalle), allerdings auch alle im Wasser enthaltenen Mineralstoffe. Der Nachteil: Damit die Membran nicht in kürzester Zeit verstopft, muss sie ständig gespült werden. Für die Gewinnung 1 l gefilterten Wassers sind drei bis 25 l Trinkwasser nötig.

Mikrofilter wirken rein mechanisch. Die Filtersysteme mit mikroporösen Hohlfasermembranen werden direkt am Wasserhahn montiert. Da die kleinsten Bakterien rund 0,3 µm groß sind, bleiben sie im Filter zurück. Nitrat, Pestizide oder Chlor verbleiben im Trinkwasser. Mikrofilter kommen zum Beispiel bei der Versorgung von Risikopatienten in Krankenhäusern zum Einsatz. Zum Betrieb ist ein Wasserdruck von mindestens 2 bar notwendig.

Fazit: Aus Gründen des Gesundheitsschutzes ist es nicht erforderlich, Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz vorbeugend mit Haushaltswasserfiltern oder Aufbereitungsgeräten zu behandeln. Denn Trinkwasser muss den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen.

Der Einsatz kann sinnvoll sein bei hartem Wasser oder wenn das Wasser nicht gut riecht oder schmeckt. Fragen Sie zunächst bei Ihrem Wasserversorgungsunternehmen nach der Wasserqualität und besorgen Sie sich eine Wasseranalyse. Grundsätzlich können sich bei allen Filtergeräten vermehrt Keime bilden. Daher am besten nur so viel Wasser filtern, wie gerade gebraucht wird und vor dem Verzehr das Wasser abkochen. Außerdem sind die Empfehlungen des Herstellers zu beachten.

"Sprudelwasser" selbst herstellen

Trinkwassersprudler
Mit einem Wassersprudler entsteht aus Leitungswasser Sprudelwasser

Leitungswasser ist ein empfehlenswertes Getränk, jedoch nicht jedermanns Sache. Mit Kohlensäure versetzt erfrischt es mehr und schmeckt vielen besser. In einem Sprudelautomaten wird Kohlendioxid, das sich in einem austauschbaren Zylinder befindet, durch Druck verflüssigt. Bei Betätigung einer Taste öffnet sich im Gerät ein Ventil und das Kohlendioxid strömt mit einem Druck bis maximal 8 bar in die mit Wasser gefüllte Flasche ein. Fertig ist das Sprudelgetränk! Das verwendete Kohlendioxid muss Lebensmittelqualität besitzen

Abhängig von der Qualitativ des aufgesprudelten Leitungswassers braucht sich dieses Wasser nicht hinter einem Mineralwasser zu verstecken. Doch Vorsicht: Die Geräte können mit Keimen verunreinigt sein. Aus Gründen der Hygiene sollte man daher die Reinigungshinweise der Hersteller unbedingt beachten. Auf jeden Fall sollte man nie abgestandenes, sondern immer frisches, kühles Leitungswasser verwenden. Ideal sind spülmaschinengeeignete Glasflaschen. Übrigens – je kälter das Wasser ist, umso "sprudeliger" wird es; denn in kaltem Wasser löst sich wesentlich mehr Kohlensäure.

Die richtige Lagerung von Wasser

Im Prinzip ist Wasser in einer original verschlossenen Flasche nahezu unbegrenzt haltbar. Allerdings ist auch Mineralwasser nicht steril, denn jede natürliche Quelle besitzt eine bestimmte Mikroflora. Für eine unverändert gute Qualität über längere Zeit sollte Wasser an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert werden. Sonne und Wärme beeinträchtigen die Qualität.

Im Hinblick auf die Lagerfähigkeit unterscheiden sich Glas- und Plastikflaschen voneinander. Die Glasflasche garantiert eine Haltbarkeit über mehrere Jahre mit einem unveränderten Geschmack. In der Regel geben Hersteller bei Mineralwasser in Glasflaschen ein Mindesthaltbarkeitsdatum von zwei Jahren an.

PET-Flaschen von oben gesehen
Wasser in PET-Flaschen ist nicht so lange haltbar wie in Wasser in Glasflaschen

Eine Kunststoff-Flasche (PET – Poly-Ethylen-Terephthalat) ist nicht hermetisch dicht, sodass die Kohlensäure durch die Wandung und den Verschluss etwas rascher entweichen kann als bei Glasflaschen. Außerdem können bei unzweckmäßiger Lagerung unter Umständen auch gewisse Geruchsstoffe durch das Material in das Wasser dringen. So entweicht Acetaldehyd, ein organischer Stoff, in ganz geringen Mengen aus dem PET und geht in das Getränk über. Dieser Stoff kommt auch in Früchten vor und ist gesundheitlich unbedenklich. Durch Einsatz von Acetylblockern oder einer glasartigen Innenbeschichtung kann der Übergang von Acetaldehyd verhindert werden. Hersteller geben in der Regel bei Mineralwasser in PET-Flaschen ein Mindesthaltbarkeitsdatum von etwa einem Jahr an.

Autorin: Ruth Rösch, Attendorn |

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