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Wasserversorgung von Pferden im Winter

Wasser ist die Basis jeden Lebens – das gilt auch für Pferde.

(aid) – Wasser ist die Basis jeden Lebens – das gilt auch für Pferde. Deshalb sollte für eine ausgeglichene Wasserbilanz im Körper stets eine ausreichende Zufuhr von Trinkwasser in sauberer und gesundheitlich unbedenklicher Qualität gewährleistet sein. Doch gerade im Winter stellt sich die Frage: Welche Wassertemperatur würden Pferde den Vorzug geben, wenn sie sich frei entscheiden könnten – warmes oder kaltes Wasser? Ad hoc wäre anzunehmen, dass sich die Tiere für das angewärmte flüssige Nass entscheiden; doch das Gegenteil ist der Fall, so das überraschende Ergebnis einer US-amerikanische Studie

Im Rahmen einer Untersuchung am New Bolton Center in Philadelphia wurde Pferden Wasser in verschiedenen Wärmegraden angeboten. Stand ihnen nur eine Quelle mit warmem Wasser zur Verfügung, tranken die Testpferde deutlich mehr als bei ausschließlich frostig-kaltem Wasser. Konnten sie aber zwischen verschiedenen Wassertemperaturen wählen, wiesen die Vierbeiner eine auffällige Vorliebe für das Eiswasser auf – jedoch in einem wesentlich geringeren Gesamtvolumen. Bis zu 40 Prozent weniger Flüssigkeit werden konsumiert, wenn diese im kalten Zustand bereit steht. Diese erschreckend hohe Zahl stellt eine mögliche Erklärung für das Auftreten zahlreicher Kolikfälle (Anschoppungskoliken) zu Beginn einer Kälteperiode dar, wenn die Pferde die für die Verdauung und Verstoffwechselung des konservierten Trockenfutters notwendige Flüssigkeit in zu geringer Menge aufnehmen. Als Konsequenz aus der reduzierten Wasserresorption kann es zu einer Schädigung der Darmflora und der Ausscheidung von Endotoxinen der im Darm ansässigen Bakterien kommen – unter Umständen mit weiteren dramatischen Folge-Erkrankungen, wie beispielsweise der Beginn einer Hufrehe.

Eine wissenschaftlich schlüssige und fundierte Erklärung für die deutliche Diskrepanz in der aufgenommenen Wassermenge konnten die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung leider nicht liefern. Die Vermutung liegt nahe, dass die Bevorzugung des Kaltwasserangebotes zum Grundinstinkt der Pferde zählt. In der freien Natur wird das eiskalte Wasser möglicherweise als frischer und gesünder eingestuft, weil es weniger Krankheitserreger enthält. Eventuell stillt das kühle Nass den Durst aber auch eher als warmes Wasser. Aber wahrscheinlicher ist es, dass weitere oder andere, bisher noch unbekannte Parameter die Trinkgewohnheiten der Pferde beeinflussen – und die somit Gegenstand zukünftiger wissenschaftlicher Erhebungen werden könnten.

Anke Klabunde, www.aid.de

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