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Fit ab 50: Wechseljahre

Die Wechseljahre können für Körper und Seele eine Herausforderung sein. Die gute Nachricht ist: Frauen können ihr Wohlbefinden auch in dieser Lebensphase selbst in die Hand nehmen.

Seniorin mit rotem Apfel in der Hand
jd-photodesign / Fotolia.com

Für die meisten Frauen um 50 ein wichtiges Thema – die Wechseljahre. In dieser Zeit lässt die Östrogenproduktion nach, bis der Körper sie schließlich ganz einstellt. Im Durchschnitt liegt der Zeitpunkt der letzten Regelblutung, auch als Menopause bezeichnet, bei etwa 50 Jahren. Den Zeitabschnitt danach bezeichnet man als Postmenopause.

Die Hormonumstellung kann zu klimakterischen Beschwerden führen wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen. Aber auch Verstimmungen, Nervosität, Kopfschmerzen und Verstopfung können unmittelbare Folgen sein. Etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren ist von diesen Wechseljahresbeschwerden stark beeinträchtigt, ein Drittel leidet unter mäßigen bis leichten Beeinträchtigungen und ein Drittel der Frauen hat keine Probleme. Mit der Zeit passt sich der Körper den Veränderungen an und die Beschwerden lassen nach. Durch die Hormonumstellung steigt langfristig allerdings das Risiko für Osteoporose sowie auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Viele Frauen klagen während und nach den Wechseljahren über Gewichtszunahme. Gleichzeitig können Haut und die Schleimhäute der Scheide, Blase und Harnwege trockener werden.

Die Lebensqualität verbessern

Mit ein paar Tipps können Ernährungsberater Betroffenen weiterhelfen und sie zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil motivieren. Denn mit einer bewussten Ernährung, einem gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und ausreichend Entspannung kann jede Frau selbst etwas für ihr Wohlbefinden in diesem Lebensabschnitt tun. So lassen sich auch gleichzeitig Erkrankungen im höheren Alter vorbeugen.

aid infodienst, Bonn |

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Tabletten
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Prof. Sabine E. Kulling: "Kein Freibrief in punkto Sicherheit" Phytoöstrogene in der Therapie

Als "natürliche Alternative" zur Hormontherapie werden häufig pflanzliche Präparate beworben, darunter insbesondere Nahrungsergänzungsmittel aus Soja- oder Rotkleeextrakt. Sie enthalten Isoflavone, beispielsweise Daidzein und Genistein. Diesen Phytoöstrogenen werden eine Reihe gesundheitsfördernder Effekte zugeschrieben wie die Senkung des Risikos von Krebserkrankungen und die Linderung menopausaler Beschwerden.

Noch 2007 hat die Senatskommission zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf mögliche gesundheitliche Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln mit hochdosierten Isoflavonen für Frauen in und nach den Wechseljahren hingewiesen. Es wurde berichtet, dass Isoflavone in isolierter Form und hoher Dosierung die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und bereits vorhandene Brustkrebszellen zum Wachstum anregen könnten.

Die damals aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes geäußerten Bedenken zu möglichen unerwünschten Nebenwirkungen scheinen sich nicht zu bestätigen. Das zeigen neue Humanstudien. Aber auch für die viel beschriebenen gesundheitsfördernden Wirkungen sind nach dem Ergebnis von Metaanalysen und systematischen Reviews aufgrund hoher Heterogenität und zum Teil auch Qualitätsmängel der Studien keine Aussagen möglich.

Prof. Sabine E. Kulling, Leiterin des Instituts für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse am Max Rubner-Institut in Karlsruhe gibt zu bedenken: „Die vermeintlich positiven Wirkungen sind noch immer nicht ausreichend belegt. Die angebotenen Nahrungsergänzungsmittel sind sehr unterschiedlich in der Zusammensetzung und dem Gehalt an Isoflavonen. Deshalb kann in punkto Sicherheit kein Freibrief gegeben werden. Gegen den Verzehr von Sojalebensmitteln im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung spricht jedoch nichts.“

Autorin: Dr. Claudia Müller, Bonn

Stand: 20.06.2014

Titel EiF 10/2011
aid

Lesetipp

Fachartikel Wechseljahre: Ernährung und andere Lebensstilfaktoren

Gelenkbeschwerden, Schlafstörungen, depressive Stimmung, Hitzewallungen – die Wechseljahre sind oftmals von hormonell bedingten körperlichen und seelischen Problemen begleitet. Wer sich bewusst ernährt und regelmäßig körperlich aktiv ist, kann sein Wohlbefinden auch in dieser Lebensphase verbessern. Dr. Maike Groeneveld und Dr. Lioba Hofmann haben zusammengestellt, welche Lebensstilfaktoren die Wechseljahre der Frau erleichtern.

Die Wechseljahre der Frau: Ernährung und andere Lebensstilfaktoren (PDF, 276,92 kB)

"Ernährung im Fokus" im aid-Medienshop

Ernährung im Fokus - Heft 01-02 2012

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Zeitschrift Ernährung im Fokus - Heft 01-02 2012

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