Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Weintrauben

Weinreben wachsen sehr schnell und sind sehr robust. Für den heimischen Anbau sollte man jedoch Sorten wählen, die widerstandsfähig gegenüber Pilzkrankheiten sind.

Weintrauben
andrewhagen / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Die edle Weinrebe ist wahrscheinlich schon seit etwa 5.000 Jahren in der Obhut des Menschen. Die Urform Vitis vinifera stammt aus dem Kaukasus und wurde von den Hochkulturen des Orients und des östlichen Mittelmeerraums domestiziert. Nach Westeuropa gelangte der Wein durch die Griechen und wurde dann in ganz Europa von den Römern verbreitet. Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen und Standorte entwickelten sich in Europa zahllose Rebsorten, die durch Züchtungen weiterentwickelt wurden – und noch werden – und nach denen man die Weinreben klassifiziert.  

Botanisch betrachtet, ist die Weinrebe eine ausdauernde Kletterpflanze, die eine Wuchshöhe von 2-10 m erreichen kann. Beeindruckend ist das rasche Wachstum der Pflanze und die enorme Widerstandsfähigkeit, mit der die Weinrebe sowohl harten Wintern wie anhaltend trockenen Sommern trotzt. Grundlage dafür ist das ausgeprägte Wurzelsystem, mit dem die Pflanze noch in 10 m Tiefe an Wasser gelangt. Es gibt Weinreben mit grünen beziehungsweise gelben („weißen“) Trauben und mit roten bis blauroten Trauben. 

Standortbedingungen

Die Weinrebe benötigt einen sonnigen, warmen Standort – möglichst in Süd- oder Südwestlage. Hinsichtlich des Bodens stellt die Rebe keine besonderen Ansprüche – nur Staunässe und Verdichtungen mag sie gar nicht. Günstig ist ein Spalier – beispielsweise an der Hauswand – an dem die Triebe aufgebunden werden können. Als Kübelpflanze kann man die Weinrebe auch auf einem sonnigen Balkon kultivieren.

Aussaat / Pflanzung

Pflanzmaterial und Pflanztermin

Wurzelreben (wurzelnackte Pflanzen ohne Austrieb): März bis Mai
Topfreben (Containerpflanzen mit Austrieb): Mitte Mai bis Ende Juli

Sortenempfehlung 

Siehe Linkliste unten 

Pflanzgrube

1 m x 1 m, 70-80 cm tief ausheben

Pflanzabstand

1,5 m - 2 m

Vorbereitung Pflanzmaterial

Wurzelreben: verletze Wurzeln abschneiden und Trieb auf ein Auge (= Knospe) zurückschneiden
Topfreben: kein Rückschnitt

Pflanzung

Rebe so in das Pflanzloch stellen, dass alle Wurzeln flach zu liegen kommen (Wurzelspitzen dürfen nicht nach oben zeigen). Veredelungststelle soll ca. 5 cm über der Bodenoberfläche sein. Mit 3-5 l Wasser angießen. Grünreben an einen Stab anbinden. Wichtig: Keinen Dünger in das Pflanzloch geben.

Düngung

Bei einem gut durchwurzelbaren, tiefgründigen und durchlässigen Boden ist in der Regel keine Düngung notwendig. Eine Bodenuntersuchung kann darüber Auskunft geben. Bei nährstoffarmen Böden empfiehlt sich eine Düngung mit etwas reifem Kompost. Falsche Düngung, vor allem mit Stickstoff, kann dazu führen, dass die Rebe zu viel Kraft in die Bildung von Blättern und Stängeln steckt anstatt in die Beeren. Außerdem werden durch einen Stickstoffüberschuss Pilzkrankheiten gefördert, die Holzreife verzögert und die Winterfrostfestigkeit gemindert.  

Pflege und Schnitt

Der Aufbau eines Gerüsts und der laufende Pflegeschnitt gehören zu den wichtigsten Arbeiten an der Weinrebe. Im ersten Jahr entsteht aus dem Mitteltrieb der Stamm, alle Nebentriebe werden zurückgeschnitten. Ab dem 2. Jahr beginnt man dann mit dem eigentlichen Stockaufbau.  

Schädlinge und Krankheiten

Rebenpockenmilbe, Kräuselmilbe, Echter und Falscher Mehltau, Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler oder Grauschimmel können die Pflanzen schädigen.

Ernte und Lagerung

Geerntet wird im September, wenn die Beeren süß schmecken. Ab August können Sie einzelne Blätter im Bereich der Trauben entfernen, um die Beerenreife zu fördern und Pflanzenkrankheiten vorzubeugen. Pflücken Sie bei der Ernte die gesamte Traube vom Weinstock. Faulende Beeren an reifenden Trauben sind auszuzupfen, um eine Infektion von gesunden Beeren zu vermeiden. In kühlen, luftigen Räumen können die ganzen Trauben – einzeln gelagert oder an Schnüren aufgehängt - noch einige Zeit gelagert werden.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Collage aus Gemüsebildern
markasia / Fotolia.com

Aussäen oder lieber pflanzen? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Unsere Anbautabellen informieren über die Aussaat- und Pflanztermine der wichtigsten Gemüse-, Salat-, Kräuter- und Obstarten.

mehr...
Hand mit Wasserschlauch
seregraff / Fotolia.com

Wenn die sommerliche Sonne das letzte Tröpfchen Wasser aus dem Boden saugt, muss mit der Bewässerung der Pflanzenpracht begonnen werden. Doch wie bewässert man eigentlich richtig?

mehr...
Kompostmiete - sichtbar sind die unterschiedlichen Rottegrade
iStock / constantgardener

Organische Dünger liefern nicht nur Nährstoffe. Sie haben zusätzlich einen positiven Effekt auf die Struktur des Bodens, da sie diesen mit Humus anreichern.

mehr...
Insektenhotel
tektur / Fotolia.com

Nicht nur der Erwerbsgärtner hat mit Krankheiten und Schädlingen zu tun. Auch im heimischen Garten gilt es, das Gemüse und Obst vor einem Befall mit Krankheitserregern zu schützen.

mehr...
Garten pflegen

App: Nützlinge im Garten

Blattläuse auf eine frischen Triebe, Logo Nützlings-App
Floki / Fotolia.com

Nicht alle Nützlinge sind so bekannt wie der Marienkäfer. Die weniger populären Gartenhelfer lernen Sie schnell mit der aid-App kennen.

mehr...
Obstbaumschnitt, Schere
schulzie / Fotolia.com

Trägt Ihr Apfel- oder Birnbaum zu wenig oder nur sehr kleine Früchte? Dann könnte das daran liegen, dass Sie den Baum gar nicht oder aber vielleicht falsch geschnitten haben.

mehr...
Frau pflegt Obstbaumstamm
Кирилл Рыжов / Fotolia.com
Garten pflegen

Obstbaumstamm pflegen

Ein Obstbaum hat zweierlei Gutes: Er ziert den Garten im Frühjahr mit hübschen Blüten und bietet im Spätsommer leckere Früchte. Im Gegenzug benötigt er dafür Pflege durch den Gärtner.

mehr...