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Welches Verpflegungssystem ist richtig?

Die Planung eines Verpflegungssystems ist komplex und wirft viele Fragen auf. Kein Grund zu verzweifeln! Hier gibt es erste Antworten.

Tafel mit der Aufschrift Speiseplan
VRD - Fotolia.com

Das Wichtigste zuerst:

Es existiert keine allgemeingültige Lösung. Die individuellen Voraussetzungen in Schulen sind sehr unterschiedlich und es ist wichtig, die Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen.

Wenn Sie die „Herausforderung Schulverpflegung“ annehmen möchten, sollten Sie sich "Verbündete" suchen und sich Zeit für eine detaillierte Planung nehmen. Die folgende Checkliste hilft beim Einstieg:

Schritt für Schritt zum optimalen Schulessen:
 

  1. Gründen Sie einen Arbeitskreis zur Verpflegung.
     
  2. Sammeln Sie Informationen über Qualitätsstandards, Anlaufstellen und Arbeitshilfen.
     
  3. Ermitteln Sie, wie viele Personen das Essensangebot voraussichtlich in Anspruch nehmen
    werden.
     
  4. Erfragen Sie die Wünsche und Erwartungen der Beteiligten an die Verpflegung.
     
  5. Prüfen Sie, welche Räume für Küche und Speiseraum zur Verfügung stehen.
     
  6. Klären Sie die Finanzierungsmöglichkeiten.
     
  7. Sammeln Sie Informationen über unterschiedliche Verpflegungsmöglichkeiten.
     
  8. Formulieren Sie einen Anforderungskatalog.
     
  9. Klären Sie bauliche und rechtliche Vorgaben.
     
  10. Entscheiden Sie sich für eine Verpflegungsmöglichkeit.
     
  11. Machen Sie die Sache „rund“ mit den optimalen Rahmenbedingungen.

Der Ordner „Essen und Trinken in Schulen“ und das Heft „Wegweiser Schulverpflegung“ gehen ausführlich auf alle wichtigen Aspekte ein. In jedem Bundesland gibt es außerdem eine Vernetzungsstelle zur Schulverpflegung, die offene Fragen beantwortet.

Annika Rehm, Bonn |

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Fragen und Antworten

Wie plane ich die Küche?

Je nach Verpflegungssystem besteht ein unterschiedlicher Raum- und Ausstattungsbedarf der Küche. Bei der Planung und Einrichtung der Küche sollten professionelle Küchenplaner sowie Köche/-innen, Caterer oder andere Fachleute einbezogen werden. So wird gewährleistet, dass die einzelnen Bereiche funktionell sind und problemlos gearbeitet werden kann.

Wie plane ich den Speisenraum?

Eine positive Essatmosphäre ist das erste Ziel der Speiseraumgestaltung. Für Kinder ist es wichtig, mit ihren Freunden essen zu können. Daher ist eine lockere Anordnung von Tischgruppen vorteilhaft. Die Wege innerhalb des Speiseraums sollten möglichst kurz sein, der Raum jedoch nicht zu klein. Tische und Stühle sind optimalerweise höhenverstellbar, damit sie an unterschiedlich große Schüler/-innen angepasst werden können und keine Haltungsschäden verursachen. Die richtige Auswahl und Anordnung von Farben, Formen, Beleuchtung, Bildern, Dekoration und Pflanzen hat weiterhin einen erheblichen Einfluss auf die Atmosphäre. Die Einrichtung des Speiseraums sollte demnach gut überlegt werden.

Was ist bezüglich Reinigung und Hygiene zu beachten?

Wie immer in der Gemeinschaftsverpflegung ist auch hier eine gute Hygienepraxis sehr wichtig, damit Massenerkrankungen vermieden werden. Generell wird jeder, der in der Schule eine Verpflegung anbietet, zum Lebensmittelunternehmer und muss die geltenden Gesetze und Verordnungen anwenden. Es ist notwendig festzulegen, wer hier die Verantwortung tragen soll. Informieren Sie sich daher über lebensmittelrechtliche Bestimmungen und erfüllen Sie alle Anforderungen!

Wie hoch ist der Personalbedarf?

Personalbedarf und Personalqualifikation sind abhängig vom Verpflegungssystem der Einrichtung. Es gibt nur ungefähre Richtwerte dazu, wie viele Arbeitsstunden pro Mahlzeit berechnet werden müssen. Ein Beispiel: Die Bereitstellung von 200 Mittagsmahlzeiten in einer Mischküche erfordert etwa fünf Arbeitsstunden für Managementkräfte, acht Stunden für Fachkräfte und zehn Stunden für Hilfskräfte. Mit der Anzahl der Essensteilnehmer steigt der Personalbedarf weiter an.

Wie organisiere ich den Speisenverkauf?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Speisen auszugeben und abzurechnen. In Grundschulen bietet sich eine Tischgemeinschaft an, bei der das Essen in Schüsseln und Schalen auf dem Tisch steht. Ab der Sekundarstufe sind Tablettsysteme praktikabel: Bei der Cafeteria-Line werden die Speisen an einer Theke von Personal ausgegeben, beim Free-Flow-System können die Schüler/-innen die Speisenkomponenten selbst zusammenstellen.

Für die Bezahlung des Essens eignen sich ebenfalls verschiedene Systeme. Eine Möglichkeit ist es, die Mittagsverpflegung für einen bestimmten Zeitraum im Voraus abonnieren zu lassen. Dann müssen die Kinder kein Geld dabei haben. Für eine flexiblere Zahlung des Essens kommen Bargeld, Geldkarten, Wertmarken oder Essensmarken in Frage. Je nach Alter und Zuverlässigkeit der Kinder können dabei jedoch leicht Probleme entstehen, zum Beispiel wenn ein Kind seine Marken verliert oder das Essensgeld für etwas anderes ausgibt. Ein weiterer Nachteil dieser Zahlungsweisen ist, dass Personal benötigt wird, um die Kasse zu führen.

Annika Rehm, Bonn

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