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Weniger Beschäftigte

Strukturwandel und technischer Fortschritt haben in den vergangenen Jahren für den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze in der Agrarproduktion gesorgt.

Azubi am Schlepper
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Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Landwirtschaft nimmt immer mehr ab. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) ist die Zahl der Arbeitskräfte in den vergangenen zwanzig Jahren um ein Drittel zurückgegangen. So sind derzeit bundesweit nur noch zwei von 100 Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. In Mecklenburg-Vorpommern (3,9 %), Brandenburg (3,6 %) und Niedersachsen (3,3 %) ist der Anteil am größten, während in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg nur einer von 200 Beschäftigten in der Agrarproduktion arbeitet. Diese sogenannte Agrarquote basiert auf Daten der Erwerbstätigenrechnung aus dem Jahr 2009, für die unter anderem Haushaltsbefragungen durchgeführt wurden. Nach der Landwirtschaftszählung des Jahres 2009/2010 sind in Bayern (257.419), Baden-Württemberg (190.117) und Niedersachsen (150.656) die meisten Menschen im Agrarsektor tätig.

Gründe für den Beschäftigungsrückgang

In Westdeutschland sind die Bauernhöfe in der Regel Familienbetriebe, in denen vor allem familieneigene Arbeitskräfte beschäftigt werden. Im Osten Deutschlands ist die Situation jedoch anders: Nach 1989 wurden viele der ehemaligen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in moderne Agrarunternehmen mit Lohnarbeitern überführt. Dieser Strukturwandel hat viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gekostet. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Beschäftigten ist der technische Fortschritt: Durch leistungsfähige Landmaschinen, effiziente Ernteverfahren und automatische Tierhaltungssysteme ist Handarbeit kaum noch notwendig. Landwirte haben in diesem Zuge vermehrt Technik- und Managementaufgaben zu erfüllen.

Agrarpolitische Maßnahmen der Europäischen Union wie Flächenprämien und Investitionsbeihilfen wirken dem Abbau von Arbeitskräften entgegen. Durch gestiegene Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und die Bioenergieerzeugung hat der Agrarsektor seit einigen Jahren wieder an Bedeutung gewonnen. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung positiv auf die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft auswirkt.

Autorin: Heike Kreutz, Aachen |

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