Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Wie baut man Obst und Gemüse ohne Erde an?

Kulturen wie Tomaten oder Gurken werden heute nicht selten im Gewächshaus ohne Erde kultiviert. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

Erdeloses Kulturverfahren für Gemüse im Gewächshaus
iStock.com / hh5800

Man kann Pflanzen ohne Erde, das heißt außerhalb eines gewachsenen Bodens, kultivieren. Solche Kulturverfahren nennt man „erdelos“. Sie kommen meist in Gewächshäusern zum Einsatz, zum Beispiel beim Anbau von Tomaten und Gurken, in der Pilzzucht oder bei Zierpflanzen. Beim erdelosen Kulturverfahren werden die Pflanzen über die Bewässerung mit Nährstoffen (u. a. Stickstoff, Phosphor, Kalium) versorgt. Das dabei verwendete Wasser-Dünger-Gemisch bezeichnet man als „Nährlösung“.

Substrat statt Erde – ganz ohne geht aber auch...

In den meisten Gärtnereien, die erdelos produzieren, werden die Pflanzen in mineralische Substrate (z. B. Steinwolle, Perlite) oder in synthetische Substrate (z. B. Schaumstoff) gepflanzt. Diese Substrate geben den Pflanzenwurzeln Halt und speichern Wasser. Es gibt aber auch Verfahren, bei denen die Pflanzen ausschließlich in flüssiger Nährlösung kultiviert werden. Dabei liegen die Wurzeln entweder völlig frei in einem dünnen Film aus Nährlösung – wie beim NFT-Verfahren (NFT= Nähr-Film-Technik), oder sie werden in regelmäßigen Intervallen mit einer Nährlösung besprüht. Letzteres ist der Fall beim Aeroponik-Verfahren. Dabei werden die Pflanzen in speziellen Vorrichtungen so fixiert, dass ihre Wurzeln ständig durch ein Aerosol aus Wasser und Nährstoffen benetzt werden.

Wasser und Dünger: alles vollautomatisch

Sehr wichtig bei den erdelosen Verfahren ist die exakte Dosierung von Wasser und Dünger. Dies gilt insbesondere für die Methoden, die ganz ohne Substrat arbeiten. Denn bei ihnen fehlt das Substrat als Puffer, dem die Pflanzen Wasser und Nährstoffe nach Bedarf entnehmen können. Für die Dosierung der Nährlösung nutzen die Gärtnereien heute vollautomatische Steuerungssysteme, die eine optimale Versorgung der Pflanzen sicherstellen.
 

Erdelos und „öko“ geht nicht

Im biologischen Landbau sind die erdelosen Verfahren nicht zulässig, denn die ökologische Erzeugung von Pflanzen basiert auf dem Grundsatz, dass Pflanzen ihre Nahrung in erster Linie über das Ökosystem des Bodens beziehen.

Vorteile der erdelosen Verfahren

Der Vorteil der erdelosen Kultur liegt darin, dass die Wasser- und Nährstoffzufuhr optimal an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst werden kann. Dies führt in der Regel zu schnellerem Wachstum und höheren Erträgen. Da die Systeme hochgradig automatisiert sind, können Arbeitsaufwand und Betriebskosten deutlich reduziert werden. Auch die Gefahr von Erkrankungen der Pflanzen durch Pilze und Bakterien ist geringer als beim Anbau in erdehaltigen Substraten. Und schließlich wird auch die Umwelt geschont: Denn aufgrund der optimalen Anpassung an den Pflanzenbedarf werden weniger Nährstoffe ausgewaschen.

Hohe Kosten für Technik und Unterhalt

Ein Nachteil der erdelosen Verfahren sind die im Vergleich zur Bodenkultur hohen Kosten für Technik und Unterhalt. Insbesondere die Verfahren, die ganz ohne Substrat auskommen müssen, bedürfen einer umfangreichen technischen Ausstattung für die Überwachung der Nährlösung.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Substrat für Weihnachtssterne in Töpfen
astrobobo / Fotolia.com

Das Wort „bio“ macht noch kein ökologisch empfehlenswertes Kultursubstrat. Orientierung bietet ein Blick in die Betriebsmittelliste des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).

mehr...
Salatreihen im Freiland
by-studio / Fotolia.com
Vom Acker bis zum Teller

Salate: Erzeugung

Hinter dem Begriff Salat verbergen sich mehrere Pflanzenarten. Alle brauchen eine gleichmäßige und ausreichende Wasserversorgung und mögen keine Nässe.

mehr...