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Wie Landwirte Sortenvielfalt schaffen können

Landwirte, insbesondere Direktvermarkter, können die Biodiversiät fördern, indem sie zum Beispiel andere als die gewohnten Kartoffelsorten anbauen und dem Kunden schmackhaft machen.

Verschiedene Sorten Kartoffeln Hände
iStock.com / Melnotte

Die Erhaltung der Artenvielfalt ist nichts, was sich ausschließlich in Regenwäldern oder Naturschutzgebieten – vornehmlich auf der südlichen Erdhalbkugel – abspielt. Angesichts der Abholzung des mitteleuropäischen Ursprungswaldes zur Schaffung von Flächen zur Landbewirtschaftung tragen wir eine besondere Verantwortung und es steht uns kaum zu, lediglich das Verschwinden der Wälder in Entwicklungs- und Schwellenländer als Ursache für den Artenschwund anzuprangern. Jeder Einzelne kann sich also entscheiden, ob er selbst Teil des Problems oder Teil der Lösung sein möchte.

Gute Chancen für Direktvermarkter

Landwirte haben die große Chance, Teil der Lösung zu sein, denn sie leben von und mit der Natur. Dabei müssen ökologische Aspekte keinen zwingenden Widerspruch zu ökonomischen Erwägungen darstellen. Insbesondere Direktvermarkter haben die Möglichkeit, auch andere als die gewohnten Sorten anzubauen, denn sie können im kleineren Maßstab ausprobieren und den Verbraucher im persönlichen Gespräch davon überzeugen, dass es schmackhafte Alternativen gibt. Ungewöhnliche Kartoffelsorten können beispielsweise für Abwechslung im Angebot und auf dem Speiseplan sorgen. Für die industrielle Verarbeitung und Lagerung mögen Sorten mit unterschiedlichen Sortierungen nicht geeignet sein, doch die Schmackhaftigkeit kann dies im Einzelverbrauch durchaus aufwiegen.

Biodiversitäts-Spots gegen globale Monokultur

Nun mag sich der Einzelne fragen, was es schon nützt, wenn er auf kleiner Fläche eine andere Sorte anbaut. Wenn man sich aber vorstellt, dass die gesamte Anbaufläche Deutschlands mit vielen kleinen "Biodiversitäts-Spots" durchsetzt ist, entsteht ein Muster, das die globale Monokultur (im Sinne der Verwendung nur weniger Sorten) unterbricht. Dies kann wiederum ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung der rasanten Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen sein und ist dann am Ende doppelt wirtschaftlich.

Alte Kartoffelsorten und "Raritäten"

Bamberger Hörnchen (späte Sorte), Deutschland ca. 1870, bildet sehr kleine hörnchenförmige Knollen mit einer gelb-rosa Schale und gelbem Fleisch. Die fest kochende Sorte hat einen sehr würzigen Geschmack.

Blue Congo, Blauer Schwede (mittelfrühe Sorte), Herkunft und Alter unbekannt, wird v. a. in Skandinavien angebaut. Die Knollen haben eine rund-ovale Form mit einer blauen Schale und flachen Augen. Schneidet man die Knolle auf, sieht man das blaue Fleisch. Die vorwiegend fest kochende Sorte zeichnet sich durch einen cremigen Geschmack aus.

Edzell Blue (mittelfrühe Sorte), Schottland um 1890, liefert rundgeformte Knollen mit blauer Schale, weißem Fleisch und auffallend tief liegenden großen Augen. Die vorwiegend fest kochenden Knollen werden nach dem Garen speckig und entfalten einen ausgeprägten Kartoffelgeschmack.

Kipfler (mittelfrühe Sorte), Österreich, 1955, bildet hörnchenförmige kleine Knollen mit heller Schale und gelbem Fleisch. Nach dem Kochen sind die fest kochenden Knollen speckig und haben einen buttrigen, nussigen Geschmack.

La Ratte (mittelfrühe Sorte), Frankreich, 1872, ist eine im Aussehen dem Bamberger Hörnchen sehr ähnliche, ebenfalls fest kochende Sorte. Sie bildet längliche schon fast bananenförmige kleine Knollen, die auch als Fingerknollen bezeichnet werden. Ihr cremefarbenes Fleisch liefert einen nussigen Geschmack. In Frankreich ist diese Sorte sehr beliebt.

Quelle: Kartoffeln, Informationen für Verbraucher, Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, 2006 (aus Infodienst der Landwirtschaftsverwaltung Schwäbisch Gmünd)

 

Friederike Heidenhof, Krefeld |

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