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Wissenswertes über Unkraut

Einen gewissen Grad an Verunkrautung im Gemüsegarten sollte man aus ökologischen Gründen tolerieren. Doch was tun, wenn das Unkraut Erntemenge und die Qualität erheblich zu vermindern droht?

Hand entfernt Unkraut
LianeM / Fotolia.com

"Wenn der Gärtner schläft, pflanzt der Teufel Unkraut" besagt schon eine von vielen alten Weisheiten. Und diese gibt es nicht ohne Grund. Denn schon seit Jahrtausenden plagen sich Gärtner mit der unerwünschten Begleitflora herum.

Warum beseitigen?

Unkräuter beanspruchen für ihr Wachstum Licht, Nährstoffe und Wasser, so dass sie in direkter Konkurrenz zu unseren Kulturpflanzen stehen. Hinzu kommt, dass stark verunkrautete Pflanzenbestände langsamer abtrocknen und daher anfälliger für Pilzerkrankungen sind. Außerdem übertragen manche Wildkräuter als Wirtspflanzen bestimmte Schädlinge und Pflanzenkrankheiten auf die Kulturpflanzen. Als störend wird Unkraut meist auch bei der Ernte von kleinem oder losem Erntegut wie beispielsweise Rauke oder Feldsalat empfunden.

Aus diesen Gründen sind Unkräuter bei den meisten Gärtnern sehr unbeliebt. Die Tatsache, dass es sich bei einigen um Arzneipflanzen oder essbare Kräuter handelt, spendet da meist nur wenig Trost. Denn diese können häufig gar nicht in dem Maße konsumiert werden, wie sie im Garten anfallen.

Was tun gegen das wilde Beikraut?

"Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig." Das wusste bereits William Shakespeare. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es prinzipiell von Vorteil, den Kulturpflanzen einen gewissen Wachstumsvorsprung gegenüber dem Unkraut zu verschaffen. Dies erreicht man meist schon sehr gut durch vorbeugende Maßnahmen (siehe Kasten). Leider wird damit jedoch nicht alles Beikraut vermieden, so dass man nicht umhinkommt, auch aktiv Hand anzulegen.

10 Vorbeugende Maßnahmen gegen Unkraut im Gemüsebeet

  • Eine Aussaat beziehungsweise Pflanzung in Reihen macht das Hacken leichter.
  • Statt direkt zu säen sollte man vorgezogene Jungpflanzen setzen.
  • Manche Unkräuter treten als typische „Begleitkräuter“ zusammen mit Kulturpflanzen auf. Werden diese oft hintereinander an der gleichen Stelle angebaut, vermehren sich auch die Begleitkräuter sehr stark. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge hilft dies vorzubeugen.
  • Empfehlenswert ist der abwechselnde Anbau von Unkraut fördernden Kulturen wie Zwiebeln oder Möhren (langsames Wachstum, schlechte Bodenbedeckung) und Unkraut unterdrückenden Kulturen wie Kartoffeln oder Kürbis (schnelles Wachstum, gute und frühe Bodenbedeckung).
  • Mulchen, also das Abdecken der Bodenoberfläche mit Folie oder organischem Material, unterdrückt das Keimen von Samenunkräutern.
  • Mischkulturen vermindern durch die insgesamt bessere Bodenbedeckung das Unkrautwachstum.
  • Wurzeln von ausdauernden Wurzelunkräutern (z. B. Disteln, Quecke, Giersch) sollten nicht über den Kompost entsorgt werden. 
  • Samenunkräuter sind möglichst vor der Blüte - und damit der Samenbildung - zu jäten und zu kompostieren.
  • Es empfiehlt sich, Unkraut, das schnell wieder wurzelt (z. B. Brennnessel, Vogelmiere) bei trockenem Wetter zujäten beziehungsweise zu hacken.
  • Den Kompost umsetzen regt die Keimung der Unkrautsamen an und erhöht die Temperatur im Komposthaufen. Dies führt zum Absterben der Samen und Keimpflanzen.

Unkraut hacken – auf das richtige Gerät kommt es an

Sobald Sie erkennen können, ob es sich um eine Kulturpflanze oder Unkraut handelt – am besten schon im Keimblattstadium – sollten Sie mit der Unkrautbeseitigung beginnen. Die besten Erfolge erzielen Sie mit der Hacke. Beim Hacken wird das Unkraut kurz unterhalb der Bodenoberfläche abgeschnitten. Wichtig ist, dass die Hacke scharf ist, damit das Unkraut auch wirklich geschnitten wird. Hacken Sie möglichst bei trockenem und sonnigem Wetter, denn dann welkt das Unkraut schneller an.

Für den Hausgartenbereich werden verschiedene Arten von Hacken angeboten. Zum einen gibt es Geräte, bei denen man die Klinge ziehend durch den Boden bewegt: die „normale“ Unkrauthacke und die Pendelhacke – hier pendelt die Klinge frei an einem Gelenk. Ein Vorteil der herkömmlichen Unkrauthacke ist, dass beim Hacken noch etwas Erde mitbewegt wird, unter der das Unkraut in den Reihen begraben wird. Bei der sogenannten Schuffel schiebt man hingegen die Klinge durch den Boden. Dieses Gerät ist besonders Rücken schonend, da man sich nicht bücken muss. Die bequemste, aber auch teuerste Lösung stellt die Radhacke dar, bei der die Klinge hinter einem Rad hergeführt wird. Diese bietet sich vor allem für größere Gärten an.

Den Rest mit der Hand

Wenn zwischen den Reihen alles gehackt wurde, muss nun noch das übrig gebliebene Unkraut in der Reihe entfernt werden. Dies macht man entweder mit der Hand oder mit Hilfsmitteln wie Messern, Handhacken oder Fugenkratzern. Kleine Unkrautpflanzen werden am besten samt Wurzel aus dem Boden gezogen. Größere Unkräuter, die nah an den Kulturpflanzen stehen, schneidet man besser, da ein Herausziehen der Kulturpflanze schaden könnte.

Entfernen Sie nicht alles Unkraut im Garten

Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass Beikräuter auch eine wichtige Funktion für das biologische Gleichgewicht der Natur haben. Sie dienen zum Beispiel Kleintieren als Nahrungspflanzen und Lebensraum. Daher sollten Sie die Bekämpfung in Ihrem Garten auf das nötige Maß beschränken. Hier und da ein paar Unkräuter verleihen dem Garten einen optischen Mehrwert. Darüber hinaus können sie auch praktisch genutzt werden. So ist es beispielsweise möglich, aus Brennnesseln oder Beinwell hochwertige Stickstoffdünger (Jauchen) herzustellen. Andere Kräuter finden Verwendung als Salat (Sauerampfer, Löwenzahn), als Zierpflanze (z. B. Ehrenpreis) oder zum Garnieren von Speisen (Gänseblümchen).

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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