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Wofür werden Wiesen und Weiden "abgeschleppt"?

Sollten Sie sich schon einmal gewundert haben, warum Landwirte mit dem Traktor ein flach auf dem Boden aufliegendes, netzartiges Gerät über die Wiese ziehen: Wir erklären es Ihnen.

Traktor mit Schleppe im Einsatz auf einer Wiese
Landpixel.de

Beim sogenannten „Abschleppen“ oder „Schleppen“ überfährt der Landwirt mit einem speziellen, an den Traktor angehängten Gerät – meist mit einer sogenannten Grünlandegge – Wiesen- und Weidenflächen. Die Grünlandegge ist ein Gerät, bestehend aus einem Metallrahmen und darin eingehängten Ketten. Je nach Ausführung befinden sich zwischen den Ketten Metallringe oder kleine Stahlplatten, zum Teil mit Dornen besetzt. Nicht selten werden in der Landwirtschaft aber auch selbstgebaute Schleppen-Konstruktionen aus alten Autoreifen oder Metallringen verwendet.

Das Wiesenpflegeprogramm - einfach aber effektiv

Beim Abschleppen wird die Wiesenoberfläche eingeebnet. Maulwürfe oder Wühlmäuse werfen Haufen auf und begraben dabei Teile der Grasnarbe unter sich. Mit der Folge, dass das Gras an diesen Stellen abstirbt. Außerdem keimen in dem durch die Tiere aufgewühlten Boden mit Vorliebe Pflanzen wie Ampfer oder Löwenzahn. Diese Pflanzen sind auf Wiesen und Weiden unerwünscht, da sie auf Dauer wertvolle Futtergräser verdrängen.

Wiesen und Weiden werden vor allem im Frühjahr – vor der anstehenden Weide- und Mähsaison – abgeschleppt. Aber auch im Sommer, wenn der Maulwurfbefall hoch ist, kann abgeschleppt werden. Bei Weiden, auf denen Tiere wie Kühe oder Schafe den Sommer über grasen, hat das Abschleppen den zusätzlichen Nutzen, dass die Mistreste, die ja einen wertvollen Dünger darstellen, gleichmäßig über die Fläche verteilt werden. Das verrringert auch die „Verschmutzung“ des Wiesenfutters (Heu oder Silage) mit Mistresten.

Ein weiterer Vorteil des Abschleppens liegt darin, der Verunkrautung vorzubeugen. Auch auf Wiesen und Weiden gibt es Unkräuter, das heißt also unerwünschte Pflanzen wie Ampfer, Brennnessel oder Kriechender Hahnenfuß. Diese wachsen besonders stark am Rande von kotbedeckten Stellen, weil es dort mehr Nährstoffe gibt.

Kurze Dornen an der Gründlandschleppe sorgen dafür, dass die Grasoberfläche leicht „eingeritzt“ wird. Das durchlüftet die Grasnarbe und entfernt unerwünschtes Moos. Außerdem regen die durch die Dornen verursachten kleinen „Verletzungen“ die Gräser an, besser auszutreiben.

Das Abschleppen ist also ein für das Grünland unentbehrliches Pflegegerät. Es erhöhnt den Ertrag und die Qualität des von Weiden und Wiesen gewonnenen Futters.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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