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Wühlmaus, Kaninchen & Co.

Was tun, wenn sich Wühlmäuse, Kaninchen und Co. im Garten breit machen? Die kleinen Nager fressen mit Vorliebe an jungen Wurzeln und Trieben.

Wühlmauslöcher im Boden
focus finder / Fotolia.com

Bei vermehrtem Auftreten können sie durch ihre Fraßtätigkeit erheblichen Schaden anrichten. Und nicht nur die „Kleinen“ machen den Gärtnern Sorge: Auch Wildschweine und Rehe sind nicht mehr nur ein Problem in ländlichen Gebieten. Vor allem in der kalten Jahreszeit treten Wirbeltierschädlinge wie Wühlmäuse, Kaninchen und Co. auf den Plan.

Wühlmäuse – schwer zu bekämpfen

Wühlmäuse können im Garten zur echten Plage werden. Die kleinen Nager machen sich im Winter über die Wurzeln von Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen her, bishin zum Absterben der gesamten Pflanzen. Die Liste der „Hausmittelchen“ gegen die Wühlmaus ist lang. Die Wirksamkeit dieser Mittel wird von Gärtnern aber sehr unterschiedlich bewertet.

Einig ist man sich über die Wirksamkeit von mechanischen Fallen. Wer den Wühlmäusen damit den Kampf ansagt, braucht allerdings eine gehörige Portion Geduld. Denn es bedarf einiger Übung, um die Fallen wirksam anzuwenden.  

Zuerst einmal ist es wichtig, den Gang einer Wühlmaus überhaupt zu erkennen. Diese sind im Querschnitt hoch-oval und lassen sich damit relativ gut von denen des Maulwurfs – dieser darf laut Gesetz nicht gejagt werden (!) – unterscheiden. Da die Wühlmaus ihre Gänge akribisch pflegt, kann man durch das Öffnen eines Gangs prüfen, ob es sich um einen bewohnten Wühlmausgang handelt. Wenn das Loch nach ein bis zwei Stunden wieder verschlossen ist, ist dort eine Wühlmaus aktiv. Mit Fallen, die man in solche Gänge steckt, hat man meist Erfolg.

Ganz wichtig ist es, dass man bei der Arbeit Handschuhe trägt, denn die sensiblen Mäuse wittern sofort, wenn Menschenhand am Werk ist. Im Handel wird eine Vielzahl von Fallen angeboten: Lassen Sie sich vor dem Kauf gut beraten. 

Mit der Bekämpfung der Mäuse alleine ist es jedoch nicht getan. Wo möglich, sollten Sie Ihre Pflanzen vor dem Zugriff der Wühlmäuse schützen. Bei den Wurzeln von Obstgehölzen und Sträuchern gelingt dies, indem man die Pflanzgrube mit engmaschigem Drahtgeflecht auskleidet. Für Hoch- und Hügelbeete bietet Drahtgeflecht ebenfalls einen guten Schutz.

Wildtiere zunehmend auch in der Stadt

Rehe und Wildschweine sind ebenso wie Hasen und Kaninchen schon lange nicht mehr nur ein Problem für Gärtner in ländlichen Regionen. Zunehmend berichten auch verschreckte „Großstadtgärtner“ von wildschweingepflügten Beeten und Rasenflächen. Gerade im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, trauen sich die sonst eher scheuen Tiere näher an menschliche Siedlungen heran.

So „knuffig“ sie auch sind: Hasen und Kaninchen können enormen Schaden an jungen Obstbäumen und Sträuchern verursachen. Sie nagen vor allem im Winter an Wurzeln, Rinde und Trieben junger Bäume und Sträucher. Um einen Wurzelschaden zu vermeiden, hilft auch hier ein engmaschiges Drahtgeflecht. Mit diesem wird das Pflanzloch vor dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern ausgekleidet. 

Schutz für Triebe und Rinde

Um den durch das Wild verursachten Bissschaden an den Trieben und der Rinde von jungen Bäumen zu verhindern, kann man im Handel erhältliche Schutzspiralen oder Schutzmanschetten aus Kunststoff um den Stamm legen. Mit Kaninchendraht lässt sich ein wirksamer Bissschutz auch selbst anfertigen. Die mechanischen Schutzbarrieren sollten mindestens 1,50 m hoch sein. Um ein Hochschieben durch das Wild zu verhindern, empfiehlt es sich, den Schutz im Boden zu verankern.

Ebenfalls wirksam sind so genannte Wildverbissmittel, die man auf die Gehölze aufsprüht oder streicht. Der Geruch dieser Mittel hält die Tiere davon ab, Schaden anzurichten. Je nach Wetter müssen diese Mittel alle zehn bis 14 Tage neu aufgebracht werden. Falls technisch möglich, ist eine Gartenbeleuchtung mit Bewegungsmelder eine sehr gute Methode, um Wild abzuschrecken.

Die wirksamste, aber zugleich teuerste Lösung ist das Errichten eines Zauns rund um das Gartengelände. Der Zaun sollte mindestens einen Meter hoch sein, denn bis zu dieser Höhe können Hasen springen. Außerdem ist es wichtig, den Zaun etwa 10-20 cm tief in den Boden einzulassen, damit sich Meister Lampe nicht darunter hergraben kann. Soll der Zaun auch Wildschweine abhalten, muss er zudem sehr stabil sein, was die Kosten dann schnell in die Höhe treiben kann. 

Jörg Planer, Bonn |

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