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Zitrusfrüchte: Einkauf und Kennzeichnung

Alle Zitrusfrüchte stammen aus der gleichen Familie, trotzdem gibt es zahlreiche Unterschiede. Auch die Früchte aus konventionellem und ökologischem Anbau unterscheiden sich.

Verschiedene aufgeschnittene Zitrusfrüchte
iStock.com / ellobo1

Pampelmuse

Grapefruit halbiert und geviertelt
Die rosa bis pinke Farbe der Grapefruit ist auf das Carotinoid Lykopin zurückzuführen.

Pampelmusen sind im Handel meist unter der Bezeichnung „Pomelo“ zu finden. Besonders bekannt ist die „Honig-Pomelo", die meist aus China kommt. Die Pampelmuse ist rund, abgeplattet oder birnenförmig und deutlich größer und schwerer als die Grapefruit. Ihre Schale ist glatt oder fein genoppt, grünlichgelb, hellgelb bis gelborange. Charakteristisch sind die als grüne Punkte erkennbaren Ölzellen. Das Fruchtfleisch hat einen süß-säuerlichen bis stark sauren, eventuell auch bitteren Geschmack. Die Angebotszeit ist ganzjährig.

Grapefruits sind eine Kreuzung aus Pampelmusen und Orangen. Sie sind kleiner als Pampelmusen, rund, abgeplattet und haben eine glatte, mehr oder weniger dicke Schale. Im Handel gibt es äußerst saftige, gelb-, rosa- bis pinkfleischige Grapefruits. Ihr Geschmack ist frisch herb, süß oder säuerlich mit einer leichten Bitternote. Die Angebotszeit ist ganzjährig, Hauptangebotszeit: Oktober bis April.

Mandarine und Clementine

Hinter der Bezeichnung Mandarinen verbirgt sich eine große Gruppe von Zitrusfrüchten. Die größte Bedeutung am Markt haben die „gewöhnliche Mandarine", die „Satsuma“ und einige Mandarinen-Hybride. Die wichtigste Mandarinenart ist die Clementine. Mandarinen sind mehr oder weniger abgeplattet, haben vollreif eine hellorange- oder rotorangefarbene, dünne Schale, die leicht geschält werden kann und aromatisch duftet. Das Fruchtfleisch ist orangefarben, sehr saftig und schmeckt süß-säuerlich. Satsumas und einige Clementinensorten sind kernlos, andere Sorten enthalten wenige bis zahlreiche Kerne. Die Angebotszeit ist ganzjährig, Hauptangebotszeit: November bis Februar

Orangen

Orangen, ganz, halbiert und Viertel
Orangen sind bei Temperaturen von 0-9 °C und hoher Luftfeuchtigkeit bis zu drei Monaten haltbar.

Sie heißen auch Apfelsinen, was so viel bedeutet wie „Äpfel aus China". Es gibt weltweit mehr als 400 Orangensorten von denen etwa 30 eine wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Rund 20 Sorten gibt es bei uns im Handel. Sie unterscheiden sich in Größe, Form, Farbe, Schalendicke, Kerngehalt und Geschmack. Orangen werden in vier Sortengruppen eingeteilt:

  • Navel-Orangen sind kernlos und bilden unter einem Nabel (engl.: navel) eine kleine Zweitfrucht,
  • gewöhnliche Orangen sind eine Gruppe sehr unterschiedlicher Sorten, die teilweise zur Saftherstellung verwendet werden,
  • Blutorangen haben ein saftig-rotes Fruchtfleisch; ihre Bedeutung am Markt sinkt,
  • säurelose oder Zuckerorangen haben in Europa kaum Bedeutung.

Die Angebotszeit ist ganzjährig, Hauptangebotszeit: Dezember bis April.

Zitronen und Limetten

Zitrone und Limette, jeweils ganz und ein Viertel
Zitronen und Limetten sind gut lagerfähig.

Die typischen Merkmale der Zitrone sind die ovale, ei- oder spindelartige Form, die kegelförmige Ausstülpung am Blütenansatz und die hell- bis leuchtend gelbe Farbe. Das Fruchtfleisch der Zitrone ist saftig und sehr sauer. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die sich in Größe, Form, Farbe, Schalendicke, Kerngehalt und Geschmack unterscheiden. Das Angebot ist ganzjährig.

Den Zitronen verwandt sind die Limetten. Sie sind rundlich bis oval, grün und haben eine dünne Schale. Das Fruchtfleisch ist wesentlich saftiger als das der Zitrone. Der Geschmack ist ebenfalls sauer, aber milder. Auch sie werden ganzjährig angeboten.

Güteklassen und Kennzeichnung frischer Zitrusfrüchte

Orangen, Zitronen sowie alle Mandarinenarten und ihre Kreuzungen unterliegen speziellen Vermarktungsnormen. Die Normen gelten für alle Zitrusfrüchte, die in frischem Zustand an den Verbraucher abgegeben werden.

Es gibt folgende Güteklassen:

  • Extra: höchste Qualität, sortentypische Merkmale, sehr leichte Oberflächenfehler zulässig
  • Klasse I: gute Qualität, leicht Form- und Farbfehler sowie leichte während der Fruchtbildung entstandene Schalenfehler und leicht vernarbte Fehler zulässig
  • Klasse II: alle anderen Früchte, die die Mindestanforderungen erfüllen.

Die Mindestanforderungen beschreiben, welche Eigenschaften Zitrusfrüchte in jedem Fall aufweisen müssen, egal, welcher Klasse sie zugeordnet sind:

Zwei Clementinen
Clementinen müssen mindestens 35 mm groß sein.
  • ganz, gesund, sauber
  • praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen
  • praktisch frei von Schädlingen und Schäden durch Schädlinge
  • frei von Schäden durch Frost oder niedrige Temperaturen
  • frei von fremdem Geruch und/oder Geschmack
  • frei von anormaler äußerer Feuchtigkeit
  • frei von beginnender innerer Austrocknung
  • frei von größeren vernarbten Verletzungen oder Quetschungen

Für andere Zitrusfrüchte, wie Grapefruits, Pampelmusen und Limetten, gelten allgemeine Vermarktungsnormen. Sie bestehen im Wesentlichen aus Mindestqualität und Mindestreifeanforderungen, eine Einteilung in Güteklassen entfällt.

Alternativ zur allgemeinen Vermarktungsnorm kann dieses Obst freiwillig nach der produktspezifischen UNECE-Normen der Vereinten Nationen sortiert und nach Klassen gekennzeichnet angeboten werden.

Kennzeichnung von Zitrusfrüchten

Das Etikett informiert beispielsweise über Stückzahl und Handelsklasse (Foto: © Peter Meyer, aid).

Werden die Früchte lose angeboten, müssen auf einem Schild Sorte, Ursprung und Klasse angegeben sein und gegebenenfalls der Name des Konservierungsstoffes. Bei abgepackten Zitrusfrüchten muss Folgendes auf dem Etikett oder der Packung gekennzeichnet werden:

  • Verkehrsbezeichnung
  • Name oder Firma und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers
  • Losnummer oder Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Füllmenge beziehungsweise Stückzahl (wenn Früchte in regelmäßigen Lagen angeboten werden)
  • Preis der Packung und Grundpreis (sofern nicht mit dem Packungspreis identisch)
  • gegebenenfalls Sorte oder Handelstyp
  • Ursprungsland
  • Klasse
  • gegebenenfalls Größe
  • gegebenenfalls "gewachst"
  • gegebenenfalls "konserviert" oder "mit Konservierungsmittel" mit Bezeichnung

Unbehandelt: Bio-Zitronen und -Orangen

Bio-Zitronen in Kiste mit Schild für Kennzeichnung
Zwischen konventionell und ökologisch erzeugten Orangen gibt es feine Unterschiede.

Im ökologischen Anbau von Zitrusfrüchten dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und die Schalen der Früchte bleiben nach der Ernte unbehandelt. Untersuchungen wie der Pestizidreport Nordrhein-Westfalen (Stand 13.02.2014) zeigen, dass Zitrusfrüchte aus ökologischem Anbau deutlich seltener Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten als konventionelle Ware. In der Untersuchung waren Orangen und Clementinen zu über 90 % mit Rückständen behaftet, die Bioware war rückstandsfrei. Auch konventioneller Ware mit unbehandelter Schale weist teilweise Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf.

Höherer Vitamin-C-Gehalt in Bio-Orangen

Laut einer Studie aus den USA enthalten Orangen aus ökologischem Anbau bis zu 30 % mehr Vitamin C als konventionell erzeugte. Als mögliche Ursache gilt der Verzicht auf leicht lösliche Stickstoffdünger im ökologischen Landbau. Ist viel Stickstoff vorhanden, lagern die Pflanzen mehr Wasser ein und verdünnen damit den Nährstoffgehalt.

Säfte aus Bio-Zitrusfrüchten

Laut EU-Bio-Verordnung ist es erlaubt Biosäfte aus Konzentraten herzustellen, Anbauverbände wie Naturland oder Bioland setzen trotzdem ausschließlich auf den teureren Direktsaft, da beim Konzentrieren Geschmacksstoffe und temperaturempfindliche Inhaltsstoffe wie Vitamin C verloren gehen können.

Autoren: Ruth Rösch, Düsseldorf, Leo Frühschütz, Seehausen und Dr. Claudia Müller, Bonn |

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Hörfunkbeitrag Juli 2014

verschiedene exotische Früchte
aid

Immer für eine Erfrischung gut - Exoten und Zitrusfrüchte

Eine heiße Zitrone in der kalten Jahreszeit kann Wunder wirken. Das ist soweit bekannt. Doch Zitrone, Limette und Co. sind auch an heißen Tagen ein echter Gewinn.
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