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Ernährungskommunikation der Lebensmittelindustrie

Werbung, Aufmachung, Verpackungsgrößen, Rabattaktionen... Die Lebensmittelindustrie hat großen Einfluss auf unser Kauf- und Essverhalten.

Finger hinter dem Rücken gekreuzt
Evgeny Dubinchuk / Fotolia.com

Beim Einkaufen ist die Verpackung von Lebensmitteln für Verbraucher eine wichtige Informationsquelle. Der Gesetzgeber schreibt Herstellern Mindestangaben vor, die sie auf dem Etikett abdrucken müssen. Wer genau hinschaut, kann einiges über ein Produkt, seine Zusammensetzung und seine Herkunft erfahren. Einer wohl informierten Kaufentscheidung steht damit nichts mehr im Wege. Oder?

Wenn es doch so einfach wäre ...

Doch bei vielen Verbrauchern herrscht Verwirrung, wenn sie sich mit dem Kleingedruckten beschäftigen. Nicht selten verstehen sie Angaben falsch oder gar nicht. Oder sie wünschen sich mehr, weniger oder andere Informationen. Zudem kann die Aufmachung eines Produkts nochmal eine ganz anderes Bild vermitteln als das Kleingedruckte und den Verbraucher irreführen oder täuschen. Zwischen Politik, Industrie und Verbraucherverbänden gibt es deshalb heiße Auseinandersetzungen über die „richtige“ Kennzeichnung, die Verbraucher gut informiert und möglichst noch zu einem besseren Essverhalten motiviert, besonders bei Nährwertangaben.

Den Verbraucher anstupsen

Studien zeigen, dass Umweltfaktoren wie das Label eines Produkts, die Packungsgröße oder die angebotene Vielfalt mit einen Einfluss darauf haben, was und wie wir essen. Größere Packungen verleiten zum Beispiel dazu, dass wir mehr essen – selbst wenn wir nicht mögen, was wir essen. Gleichzeitig kann ein Label, samt den damit verbundenen Assoziationen, unseren Geschmack beeinflussen. So schmeckten Kindern in einer amerikanischen Studie Möhren besser, wenn sie das Label einer Fast-Food-Kette trugen. Hier kommt das Konzept des Nudging, vom Englischen „Anstupsen“, zur Anwendung. Dabei geht es um eine geleitete Entscheidungsführung, bei der die Möglichkeit zu wählen immer erhalten bleibt. Die Lebensmittelindustrie hat hier einen großen Spielraum. Kreativ und verantwortlich genutzt kann sie dazu beitragen, Verbrauchern Gelegenheiten für gesundheitsförderliche Konsumentscheidungen zu bieten.

Andrea Fenner, Edinburgh |

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