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Zwischenfrüchte

Zwischenfrüchte binden Stickstoff, retten ihn über den Winter und stellen ihn bei passender Bodenbearbeitung der Folgekultur zur Verfügung. Doch damit nicht genug...

Acker mit Phacelia
rdonar / Fotolia.com

Es ist Herbst, ein Bohrstock wird in Lösslehm gewuchtet: 128 kg/ha NO3-N ist das Ergebnis. Stickstoff, der nichts als Ärger macht: Für den Landwirt ist der Geld werte Pflanzennährstoff bis zum Frühling längst verloren, die Umweltschützer werden dagegen die erhöhten Nitratwerte nicht so schnell vergessen.
Derselbe Herbst, derselbe Lösslehm, wieder dringt der Bohrstock bis 90 cm in die Tiefe: 39 kg/ha NO3-N - der Rest ist gebunden in einer dichten Decke aus Phacelia, die als Zwischenfrucht angebaut den Boden bedeckt. Unter Sommerrübsen sind es gar nur 19 kg/ha NO3-N.

Win-Win auf dem Acker

Immerhin 41,3 dt/ha (TM) Ertrag bringt die Phacelia, 40 dt/ha die Sommerrübsen. Grünmasse, die auf dem Acker belassen, den löslichen Stickstoff festgebunden über den Winter rettet und bei passender Bodenbearbeitung der Folgekultur zur Verfügung stellt. Eine klassische Win-Win-Situation auf dem Acker. Und der Gewinn für beide Teile ist mit dem Thema Stickstoff noch lange nicht am Ende: Zwischenfrüchte erhalten je nach Art die Bodengare, fordern die Krumenstabilität und verringern die Erosion. Schnell wachsende Arten unterdrücken das Unkraut, andere lockern den Boden bis in große Tiefe, Leguminosen liefern Stickstoff, viele der „Lückenbüßer“ machen Nährstoffe leichter verfügbar.

Erträge steigern und Spaziergänger erfreuen

Richtig ausgewählt und angebaut können Zwischenfrüchte die Erträge und damit die Deckungsbeiträge der Hauptkulturen nachweislich steigern. Und die Spaziergänger profitieren mit: Statt trister Flur im Einheitskleid summen Bienen durch die Phacelia, sticht im Herbst das knallige Gelb des Senfs ins Auge, macht zwischen den Getreidestoppeln der aparte Inkarnatklee auf sich aufmerksam.

 

Fragen und Antworten

Welche Kleearten kann man im Zwischenfruchtanbau verwenden?

  • Einen sehr guten Vorfruchtwert hat der Weißklee, der als Untersaat schon im zeitigen Frühjahr ausgesät werden kann, entweder in Reinsaat oder in Mischung mit Deutschem Weidelgras.
  • Rotklee ist dagegen eine konkurrenzstarke Untersaat, darum darf die Aussaat erst relativ spät in einen gut entwickelten Getreidebestand erfolgen. Als Mischungspartner ist das Welsche Weidelgras geeignet.
  • Der Gelbklee ist relativ trockenheitsverträglich und liebt leichte Böden; die Deckfrucht beeinträchtigt er nicht.
  • Schwedenklee verhält sich ähnlich wie Rotklee.
  • Serradella entwickelt starkes Wurzelwerk und ist damit auch für sandige Böden geeignet; sie kann als Unter- oder Stoppelsaat ausgesät werden.

Welche Pflanzenarten und Gemenge sind als "Bienenweide" geeignet?

Es empfehlen sich folgende Kombinationen:

  • Deutsches Weidelgras zusammen mit Kleegras
  • Phazelia eventuell in Kombination mit Perser- oder Alexandriner- oder Inkarnatklee
  • Ölrettich zusammen mit Perserklee und Senf
  • Ölrettich in Mischung mit Perserklee und/oder Inkarnatklee

Iris Lehmann, Stuttgart und Jörg Planer, Meckenheim |

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Tabellen Produktionstechnische Daten von Zwischenfrüchten

Hier finden Sie Tabellen mit allgemeinen produktionstechnischen Daten zu verschiedenen Zwischenfrüchten (einzelne Arten und Gemische) für den Sommer- und Winterzwischenfruchtanbau. 

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